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Rossow hilft „seiner Mannschaft“

Bericht vom 26.10.2018 (Hilko Schwitters)

Quelle: Ostfriesischer Kurier

Langjähriger Leistungsträger unterstützt TuRa als Trainer im erneuten Abstiegskampf

Als ihn Spartenleiter Peter Adena und Männerwart Helmut Kramer fragten, musste er nicht groß gebeten werden oder lange überlegen: Sören Rossow hat im Eiltempo das Traineramt beim abstiegsgefährdeten Handball-Landesligisten TuRa Marienhafe übernommen. Beim Trainingsabend am Dienstag hatte Adrian Ghimes gerade verkündet, nach nur sechs Punktspielen auf eigenen Wunsch hin aufzuhören, da richteten die Offiziellen ihre Anfrage an den langjährigen Leistungsträger des TuRa-Aushängeschildes, der in der Halle war. Nach dem kurzen Auftritt des ehemaligen rumänischen Nationalspielers aus Emden setzen die überraschten Marienhafer auf eine interne Lösung, die möglichst schnell greifen soll. Schon am Sonnabend steht ihnen mit dem Heimspiel um 19.15 Uhr gegen den direkten Konkurrenten HSG Friesoythe ein Abstiegsschlager bevor. Der wird wegweisend für die zweite Hälfte der Rückrunde sein. „Das ist ein superwichtiges Spiel für uns. Ich hoffe, dass die Halle voll sein wird und wir kräftigunterstützt werden“, sagt Rossow. Wegen seines Studiums in Oldenburg hat der Leistungsträger in dieser Saison eine Spielpause eingelegt, das Training und die Heimspiele als Zuschauer hat der 25-Jährige aber weiterhin besucht. So gab Rossow sofort sein Wort, als Nachfolger von Ghimes die Verantwortung zu übernehmen: „Schließlich ist das meine Mannschaft, die lasse ich nicht im Stich.“ Als wichtiger Rückraumspieler war er maßgeblich über Jahre hinweg an den guten Leistungen in der Verbandsliga Nordsee beteiligt. Nun versucht Rossow, den personellen Umbruch und die Verjüngung der Mannschaft von der Trainerbank aus zu unterstützen. Dabei hilft ihm Helmut Kramer als Co-Trainer, der noch in der vergangenen Saison als Nachfolger von Victor Pliuto verantwortlich am Ruder war. Dass Ghimes am Dienstag überraschend seinen Hut nahm, hat zunächst für Unruhe und Fragezeichen gesorgt. Rossow als regelmäßiger Trainingsgast behält ihn positiv in Erinnerung: „Adrian ist ein guter Trainer. Ich schätze ihn. Was er gemacht hat, hatte Hand und Fuß.“ Nun setzt der neue Interimscoach darauf, dass sich die Spieler nach dem Ausrufezeichen ihre Gedanken gemacht haben und jetzt zupacken: „Alle sind alt genug und wissen, dass uns ein wichtiges Spiel bevorsteht.“ TuRa steht derzeit mit 3:9 Punkten auf dem wackeligen zwölften Tabellenplatz, mit einem Zähler Vorsprung vor den Friesoythern, die ein Spiel weniger absolviert haben. Noch liegt das Feld in der schiefen Tabelle der Landesliga Weser-Ems dicht zusammen, jetzt aber trennt sich die Spreu vom Weizen. Vorlaufzeit benötigt Rossow nicht. Denn er kennt nicht allein seine ehemaligen Mitspieler, sondern auch die etlichen A-Jugendlichen im Aufgebot. Schließlich arbeitet Rossow seit Jahren als Jugendtrainer in der Talentschmiede vonTuRa. Vom Können des Aufgebots ist er überzeugt: „Das Potenzial ist da. Aber die Spieler müssen den Kopf frei bekommen, spielen und zusammen als Mannschaft agieren.“ Direkt nach dem Abgang aus der Verbandsliga wieder im Tabellenkeller zu stehen, ist ein Hemmschuh beim ohnehin schon schwierigen Neuaufbau. Dass der Umbruch Zeit kosten würden, wussten alle Beteiligten. Doch allzu viel Schonzeit gewährt auch diese Liga nicht mehr: Beim 29:37 zuletzt gegen den körperlich starken, neuen Tabellenführer Wilhelmshavener SSV, beim dem es bereits zur Pause 11:20 hieß, wurden Schwächen in der Defensive offengelegt. Rossow weiß um etliche schnelle Spieler im Aufgebot, sieht auch den Bedarf, statt der traditionellen 6:0- auf eine 5:1-Deckung umzubauen, setzt auf einen Abwehrorganisator und zielt darauf, demnächst verstärkt mit Spielzügen in die Nahwurfzone zu kommen, da im Rückraum noch die Durchschlagskraft fehlt. Das Ziel ist für alle klar:„Wir wollen den Verbleib in der Liga, je eher, desto besser.“ Der Gegner HSG Altes Amt Friesoythe kommt selbst angeschlagen in die Kurt-Knippelmeyer-Halle. Die Mannschaft von Trainer Günter Witte belegte in der vergangenen Saison nach ihrem Aufstieg im ersten Landesliga-Jahr Platz acht. Diesmal steht der Klassenerhalt obenan. Nach einem  28:27 beim Vorjahresvierten HSG Osnabrück und einem unglücklichen 22:23 gegen den Verbandsliga-Absteiger TS Hoykenkamp kassierte die HSG drei deutliche Niederlagen, zuletzt Ende September mit 27:35 beim Aufsteiger MTV Aurich. Erst in Marienhafe wird Friesoythe seine vierwöchige Spielpause beenden. „Dieser Gegner hat eine gute Mischung, hat wurfstarke Leute, ist aber auch schnell“, weiß Rossow. Personell kann TuRa aus dem Vollen schöpfen. Bis zum Ende der Hinrunde mit dem Heimspiel am 15. Dezember gegen Aurich läuft die Zusammenarbeit mit dem Interimstrainer erst einmal. Rossow ist hochmotiviert: „Ich will der Mannschaft helfen und versuche das über diesen Weg, wenn ich schon nicht spielen kann.“