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Klassenerhalt ist diesmal umso wertvoller

Bericht vom 23.10.2020 (Hilko Schwitters)

Quelle: Ostfriesischer Kurier

Junger Kader von TuRa Marienhafe startet in Jever in die neue Saison der neuen Landesliga Nord-West

War da was? Am 7. März haben die Landesliga-Handballer von TuRa Marienhafe zuletzt um Punkte gekämpft. Nach satten siebeneinhalb Monaten Zwangspause dürfen die Brookmerlander jetzt endlich wieder ran: Am Sonnabend meldet sich das junge Aufgebot um 18 Uhr mit einem Auswärtsspiel bei der HG Jever/Schortens zurück. Die Friesländer gehören zu den nur drei bekannten Kontrahenten. Sieben neue Gegner warten auf TuRa in der neuen, verkleinerten Landesliga Nord-West. Das Ziel bleibt das bekannte: „Für uns geht es um den Klassenerhalt“, betont Marienhafes Trainer Klaus Näckel. Der Liga-Verbleib ist diesmal besonders wertvoll, denn die beiden Regelabsteiger fallen enorm tief. Durch den Wegfall der Landesklassen geht es gleich zwei Ligen runter.

Das 16-köpfige Aufgebot der Brookmerlander hat sich im vergangenen halben Jahr in mehreren Phasen auf die neue Spielzeit vorbereitet. Coronabedingt musste die Saison 2019/2020 bekanntlich abgebrochen werden. Da es dabei keine Absteiger gab, blieben TuRa als Vorletzter und die HG Jever/Schortens als Schlusslicht Landesligist. Coronabedingt erfolgt nun der Neustart verspätet in jetzt sieben statt zuvor fünf Staffeln, wobei die Ligastärke von bisher 14 Teams in der alten Landesliga Weser/Ems auf aktuell elf reduziert wurde. Überall gelten in den Sporthallen strikte Hygieneregeln. Die Zahl der Zuschauer ist begrenzt. Für das Heimspiel der Friesländer in der Jeveraner Sporthalle in der Jahnstraße zum Beispiel wurden nur 60 Tickets im Vorverkauf vergeben. In der Kurt-Knippelmeyer-Halle ist die Besucherzahl bei TuRa-Heimspielen auf 40 begrenzt. „Aus diesem Grund werden auch keine Gästefans zugelassen“, sagt Spartenleiter und Erstherrenspieler Tido Poppinga.

Unterstützung in der Vorbereitung erhielt Näckel von Detlef Loos, dem langjährigen Mitstreiter bei ihrem alten Verein ART Düsseldorf. Loos betreut die Torhüter und erstellt über Videoanalysen zusätzliche individuelle Einheiten. Luc Neumann, der nach zwei Kreuzbandrissen wieder mittrainiert, hilft beim Athletiktraining. Weil Näckel wegen eines Krankenhausaufenthaltes für vier Wochen ausfiel und dazu zwischendurch sechs Spieler erkrankt passen mussten, reduzierte sich das abwechslungsreiche Programm auf eine „normale Vorbereitungszeit“, so der Chefcoach.

Sechs Testspiele bestritt TuRa mit wechselhaftem Erfolg. Verloren sie gegen den Verbandsligisten OHV Aurich II deutlich, präsentierten sich die Marienhafer gegen den Landesligisten Teuto Handball aus Osnabrück, der in Aurich ein Trainingslager bestritt, in sehr guter Verfassung. „Wir hatten eine gefühlte Ewigkeit Pause. Das war für alle nicht angenehm und alle mussten das Beste daraus machen“, sagt Näckel. Sein Kader, der keine Abgänge verzeichnet, habe „sehr gut mitgezogen“. Im Vorjahr waren bereits Jonas Dallügge und Leonard Maaß von der aufgelösten dritten Herrenmannschaft des OHV Aurich gekommen. Von der A-Jugend des OHV wechselte Torhüter Enno de Wolf. Kreisläufer Jannik Paschke meldete sich nach einem Auslandsaufenhalt zurück. Alle Handballer freuen sich darauf, dass sie endlich wieder Punktspiele bestreiten können, niemand weiß dabei, wo er steht. Die Ausgangslage im Kampf um den Liga-Verbleib ist wie in den vergangenen beiden Spieljahren dieselbe: Das junge TuRa-Aufgebot mit zehn Spielern der Jahrgänge 2000 und 2001, der Jüngste stammt von 2002 und darf noch A-Jugend spielen, muss noch viel lernen, Erfahrungen sammeln und Automatismen in der Abwehr festigen. „Das sind lange Prozesse“, erklärt Näckel.

Bei sechs Heimsiegen und keinerlei Punktgewinn in der Fremde bewegten sich die Marienhafer im Vorjahr erneut auf dünnem Eis. Auftaktgegner HG Jever/Schortens, der in der Kurt-KnippelmeyerHalle mit 35:32 besiegt wurde, sprach von einem enttäuschenden Jahr. Die Mannschaft von Trainer Henning Cassens verbuchte darauf vier Abgänge. Neben zwei Youngstern, die in die neu strukturierte Reserve gingen, verabschiedete sich der erfahrene Torhüter Benjamin Gräf. Mit dem nach seinem Studium zurückgekehrten Spielmacher Till Hanken und Kreisläufer Tobias Protsch aus Berlin gab es zwei Neuzugänge.

Näckel hat einen körperlich starken und im Rückraum gut besetzten Gegner in Erinnerung, der seinen Kreisläufer geschickt einzusetzen weiß. Das junge, engagierte TuRaAufgebot ist auf jeder Position mindestens doppelt besetzt, kann somit mehrere Varianten spielen und ist daher nur schwer ausrechenbar. Seine Schnelligkeit ist ein weiterer Pluspunkt. „Wir können immer 30 Tore werfen“, sagt Näckel. „Entsprechend müssen wir es in der Abwehr schaffen, unter 30 zu bleiben.“ Eine Woche später am 31. Oktober empfangen die Marienhafer um 19.30 Uhr mit dem Wilhelmshavener SSV den zweiten bekannten Ligisten. Bis zum 12. Dezember stehen insgesamt sechs Spiele, je drei zu Hause und drei auswärts, auf dem Programm. Daraufhin wird bis zum 16. Januar pausiert. Eigentlich hätten am Sonnabend auch die TuRa-Damen als Aufsteiger der Landesklasse in Jever beginnen sollen, doch die Frauenmannschaft der HG Jever/Schortens wurde am 22. August zurückgezogen. So legen die Herren als TuRa-Aushängeschild vor mit dem 38-jährigen „Alterspräsidenten“ Hilko Schwitters im Tor und dem A-Jugendlichen Wilt Kurtz als jüngstem Akteur. Dass die gleitende Skala am Ende mehr Absteiger erfordern könnte, bleibt im Hinterkopf. Näckel: „Am besten, wir lassen drei Mannschaften hinter uns. 

Bilder zum Bericht: