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Hoffen auf den September

Bericht vom 22.02.2021 (Hilko Schwitters)

Quelle: Ostfriesicher Kurier

TuRa Marienhafe unterstützt das vom Verband verhängte Saisonaus – Lange Durststrecke
Mit Online-Treffen soll der Kontakt gehalten werden. Jeder dreht seine Laufrunden. Jetzt wird die neue Saison geplant.


Am 7. März 2020 haben sie ihr letztes Heimspiel ausgetragen. 32:37 hieß es damals gegen den Wilhelmshavener SSV. Danach folgte der erste Lockdown. Am 24. Oktober 2020 bestritten sie ihr einziges Punktspiel der Saison 2020/21 mit dem 28:32 bei der HG Jever/Schortens. Nun ist diese Spielzeit auch für die Landesliga-Handballer von TuRa Marienhafe vorbei. Der Handball- Verband Niedersachsen (HVN) entschied sich für einen Abbruch ohne Wertung (wir berichteten). Der Abteilungsleiter von TuRa unterstützt diesen Schritt: „Der Saisonabbruch ist die einzig richtige Entscheidung. Bereits Anfang des Jahres haben wir uns dafür ausgesprochen, da ein fairer Wettbewerb meines Erachtens nicht gewährt werden kann bei zum Beispiel unterschiedlichen Terminen für Öffnungen der Hallen“, erklärt Tido Poppinga. Der Spartenleiter ist gleichzeitig Führungsspieler beim Aushängeschild der Marienhafer Handball-Hochburg und leidet so auch als Aktiver mit. Die lange Durststrecke zehrt. Über Monate bereiteten sich die Handballer auf eine Saison vor, die für die TuRa-Herren 60 Minuten bot und die TuRa-Damen als Aufsteiger in der Landesklasse ohne Punktspiel blieb. Jetzt hoffen alle auf einen normalen Saisonstart im September. Und auf eine Rückkehr in die Sporthallen in diesem Frühjahr.

Aktuell versuchen auch die Handballer, sich individuell mit Laufeinheiten fit zu halten und sich zumindest beim gemeinsamen Online- Training zu sehen oder bei Online-Sitzungen auszutauschen. Laufen aber ersetzt wie beim Fußball nicht das Mannschaftstraining, den Umgang mit dem Ball und die Koordination. „Wir müssen erst einmal versuchen, alle Sportler sowie Trainer und Betreuer bei Laune zu halten. Wichtig ist für uns, dass wir schnellstmöglich wieder in die Halle können, um zumindest wieder trainieren zu können. Da bei uns im Landkreis der Inzidenzwert bereits jetzt bei unter 30 liegt, hoffe ich sehr darauf, Anfang März wieder trainieren zu können. Wenn wir in kleinen Gruppen beginnen, ist das für mich auch okay“, erklärt Poppinga.

Doch bis zum Beginn der neuen Spielzeit 2021/22 ist noch mehr als ein halbes Jahr zu überbrücken. Poppinga wünscht sich daher, regional zumindest Testspiele bestreiten zu dürfen. Fürs Training brauchen Sportler greifbare Ziele. „Es ist wichtig, zumindest ein bisschen Wettbewerb zu haben“, sagt der TuRa-Spartenleiter, der optimistisch nach vorn blickt: „Ich bin zuversichtlich, dass wir Ende September von den Infektionszahlen und den Impfungen her so weit sind, dass wir wieder eine Saison planen können, die auch sportlich fair ist und gewertet werden kann.“

Besonders wichtig ist für Poppinga, dass der Nachwuchs wieder regelmäßig in der Halle trainieren kann: „Hier befürchte ich zum einen, dass die Jungen und Mädchen es mittlerweile ganz bequem finden, vor der Konsole zu sitzen anstatt in der Halle zu schwitzen und wir so Probleme bekommen, die Mannschaften zu füllen. Zum anderen, dass nun fast ein Jahr wichtige Ausbildung verloren gegangen ist und wir als Verein, der nahezu vollständig vom eigenen Unterbau lebt, auch in Zukunft Probleme bekommen können, leistungsstarke Mädchen und Jungen für den Seniorenbereich zu bekommen.“ Doch auch hier überwiegt beim Leiter der starken Marienhafer Sparte der Optimismus, zumal er um die breite Rückendeckung und den Elan der Brookmerlander Handballer weiß: „Wir haben tolle Trainerinnen und Trainer bei uns im Verein. Ich bin ich sehr guter Dinge, dass wir diese Probleme bewerkstelligt bekommen und sobald möglich wieder voll durchstarten werden.“ Derweil laufen die Planungen bei den beiden Erstmannschaften von TuRa für die neue Saison. „Wir werden weiterhin in der Landesliga spielen“, sagt Klaus Näckel. Der Rheinländer kümmert sich gemeinsam mit Torwarttrainer Detlef Loos sowie Illona und Manfred Barkhoff als Betreuer um die Marienhafer Herrenmannschaft. „Mir macht es viel Spaß, mit den jungen Leuten zu arbeiten“, sagt Coach Näckel. Auch in der neuen Spielzeit wird es für TuRa um den Klassenerhalt gehen. Männerwart Helmut Kramer arbeitet gerade an der Kaderplanung. Da gibt es angesichts von vier Abiturienten, drei Studenten und einem Schichtdienstler Fragezeichen. Womöglich kann TuRa sich mit Rückkehrern, die momentan noch studieren, als Leistungsträger verstärken: Torwart Ole Spinneker trainiert bereits online mit. Rückraumspieler Keno Lücken liebäugelt ebenfalls mit einem Comeback.

Die TuRa-Damen wollen im September die Herausforderung in der Landesklasse annehmen: „Wir sind aufgestiegen und wollen dort spielen. Der größte Teil unserer Mannschaft bleibt zusammen. Bei vier Abiturientinnen weiß man noch nicht genau, wohin die Reise geht“, sagt Trainer Tobias Ihben. Die Landesklassen sollen aufgelöst werden. Somit wartet beim Neustart gleich ein hartes Jahr.